Migräne

Etwa 13 Prozent der Frauen leiden unter Migräne. Durch moderne Medikamente (insbesondere so genannte Triptane) lässt sich ein Anfall heute zwar relativ gut behandeln, jedoch sollten diese Medikamente aufgrund unerwünschter Risiken und Nebenwirkungen nicht so oft eingenommen werden. Eine Heilung gibt es leider nicht, daher ist es das Ziel, die Anfallshäufigkeit, so gut es geht, zu reduzieren. Die genauen Ursachen der Migräne sind unbekannt, eine genetische Veranlagung wird vermutet. Ein Migräneanfall kann durch viele verschiedene Faktoren, sogenannte Trigger, ausgelöst werden. Häufig spielen Stress, Schlafmangel, unregelmäßige Ernährung und Wetterwechsel eine Rolle.
Einen besonderen Einfluss bei Frauen haben hormonelle Schwankungen während des Zykluses. Klassisch ist die Migräne während oder kurz vor der Periode – wer von den Betroffenen kennt das nicht. Betroffene leiden auch bei der Anwendung von Kombinationspillen besonders häufig unter Migräneanfällen. Verantwortlich dafür ist das synthetische Östrogen „Ethinylestradiol“, welches in den meisten Kombinationspillen enthalten ist. Bei einer Migräne mit Aura, d.h. mit zusätzlichen neurologischen Symptomen, wie Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, empfiehlt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf die Einnahme von Pillen mit Ethinylestradiol zu verzichten, um das durch die Migräne bereits leicht erhöhte Schlaganfallrisiko nicht noch weiter zu steigern. Durch die Umstellung auf ein östrogenfreies Präparat kann man die Häufigkeit von Migräneanfällen drastisch senken! Die kontinuierliche Einnahme einer östrogenfreien Pille stabilisiert hormonelle Schwankungen und stellt für viele Betroffene eine gute Option zur Anfallsprophylaxe dar.
Lebensmittel, die viel von dem Botenstoff Histamin enthalten oder dessen vermehrte Freisetzung im Körper veranlassen (Tomaten, versch. Käsesorten, versch. Weinsorten, Meeresfrüchte, Knoblauch uvm.), sind ebenfalls typische Auslöser. Häufig kommt es durch eine Kombination verschiedener Nahrungsmittel zu einem Summationseffekt. Ferner konnte auch ein Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Migräne gezeigt werden. Durch die Einnahme speziell ausgewählter Darmbakterien (sogenannter Probiotika) kann man hier regulierend eingreifen.
Zur Anfallsprophylaxe können Akupunktur und auch Botulinumtoxin-Injektionen hilfreich sein.

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